Liberal ist nicht (nur) eine Frage der Wirtschaftspolitik! Vielmehr geht es um die Art, wie wir zusammenleben und ob wir andere Lebensmodelle akzeptieren. Die Freiheit des Einzelnen soll erst dort aufhören, wo die des Anderen anfängt.

Was macht eine offene und lebendige Gesellschaft aus? Drei Beispiele:

Auch gleichgeschlechtliche Paare können wunderbare Eltern sein. Das Wesentliche ist doch, dass ein Kind Liebe bekommt. Entsprechend sollen homosexuelle Paare endlich gleichgestellt werden.

Ausländerinnen und Ausländer sind zu einem grossen Teil schon jahrzehntelang in der Schweiz, oft sogar hier geboren und aufgewachsen. Sie arbeiten, gründen teilweise erfolgreiche Unternehmen, zahlen Steuern und finanzieren unsere Sozialversicherungen. Entsprechend sollen sie – sofern gut integriert – doch auch Polizistin und Polizist werden können oder auf kommunaler Ebene wählen dürfen.

Die aktuelle Drogenpolitik löst die Probleme nicht, die sich im Umgang mit Cannabis ergeben. Im Gegenteil: Der Schwarzmarkt blüht, der THC-Gehalt des Cannabis steigt und mündige Bürgerinnen und Bürger mit einem unproblematischen Konsum werden kriminalisiert. Entsprechend sollten wir unsere Ressourcen nicht in Repression, sondern in Prävention und Jugendschutz stecken und weiche Drogen legalisieren.

Der Staat sollte sich so wenig wie nötig in die Lebensweisen der Bürgerinnen und Bürger einmischen. Freiheit ist ein hoher Wert an sich. Doch Freiheit entsteht nur, wenn wir selber die Verantwortung für unser Handeln übernehmen, und nicht der Staat.

Winterthurer Stadtanzeiger, «glp bewegt» vom 24. März 2015