Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verhindert mit seiner kleingeistigen Rechtsauslegung einen sinnvollen, wissenschaftlich, juristisch und politisch breit abgestützten Berner Pilotversuch: 1000 Erwachsene hätten Cannabis in Apotheken beziehen können. Mit dem Feldversuch wären die Auswirkungen auf Gesundheit und Schwarzmarkt untersucht und somit Grundlagen für eine Deblockade der aktuellen Drogenpolitik geschaffen worden.

Cannabis ist eine gesellschaftliche Realität: Fast jeder Dritte hat mindestens einmal im Leben gekifft. Die Kriminalisierung ist deshalb stossend und führt auch zu ungewollten Nebenwirkungen, insbesondere Schwarzmarkt und Gesundheitsschäden durch unreinen Stoff mit sehr hohem THC-Gehalt. Statt in Repression sollten die Ressourcen besser in Prävention, Suchthilfe und Jugendschutz investiert werden.

Die Beamten des BAG stellen sich nun den Bestrebungen der Städte nach Auswegen aus der blockierten Drogenpolitik in den Weg. Glücklicherweise will glp Nationalrätin Kathrin Bertschy nun einen Vorstoss im Parlament einreichen, um das sinnvolle Projekt doch noch zu ermöglichen. Ich hoffe, dass damit eine entspannte, lösungsorientierte und innovative Drogenpolitik doch noch ermöglicht wird.

Der Leserbrief wurde an 18.11.17 im Landboten veröffentlicht.