Michael Herzig zieht im Interview eine ernüchternde Bilanz zur Schweizer Verbotspolitik: Der Besitz von weniger als 10g Cannabis ist straffrei, der Konsum wird bestraft – dieser innere Widerspruch führt zu Rechtsunsicherheit und Ungleichbehandlung. Zudem weist Cannabis in Folge der repressiven Politik einen immer höheren Anteil des berauschenden Stoffs THC auf (natürlich ohne, dass das deklariert wird).

Es ist Zeit, die Denkverbote zu überwinden und neue Wege in der Drogenpolitik zu suchen. Statt in Repression soll in Prävention, Gesundheits- und Jugendschutz investiert werden.

Erfreulicherweise hat das Winterthurer Parlament unseren Vorstoss überwiesen, einen entsprechenden Cannabis-Pilotversuch durchzuführen. Ich bin gespannt auf die nächsten Schritte hin zu einer entspannten, lösungsorientierten Drogenpolitik, die gesellschaftliche Realitäten anerkennt.

Der Leserbrief bezieht sich auf einen Artikel im Landboten vom 6.7.19 „Wir brauchen einen legalen, regulierten Zugang zu Cannabis“.